Antidiskriminierung

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes berät Ratsuchende, die einen Diskriminierungs-fall erlebt haben und spielt eine zentrale Rolle in der Arbeit gegen Diskriminierung. Seit Jahren steigen die Fallzahlen an. Für das kleine Team der BeraterInnen, die über hohe juristische Fachkompetenzen verfügen, bedeutet das eine hohe Arbeitslast. Auf der Seite der Ratsuchenden herrscht gleichzeitig Verwirrung und Frustration. Sie sehen sich mit langen Wartezeiten konfrontiert, können Informationen schwer auffinden und oft ist ihnen nicht klar, was sie erwarten können. Das Ziel des Projektes ist es, einen Zugang zu schaffen, der die momentane Situation auf beiden Seiten verbessert.

Fallstudie (PDF)

 

Hintergrund & Herausforderung

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, kurz ADS, unterstützt und berät Ratsuchende, die einen Diskriminierungsfall erlebt haben und spielt eine zentrale Rolle in der Arbeit gegen Diskriminierung. Seit Jahren steigen die Fallzahlen an. Für das kleine Team der BeraterInnen, die über hohe juristische Fachkompetenzen verfügen, bedeutet das eine hohe Arbeitslast. Viele Beratungsanfragen sind bei der ADS eigentlich nicht an der richtigen Stelle, sondern müssen weiterverwiesen werden. Des Weiteren ist die Arbeit oft repetitiv und wird manuell erledigt. Das nimmt zusätzlich viel Zeit in Anspruch. Aus diesen Gründen wurde sogar von Kampagnen abgesehen. Auf der Seite der Ratsuchenden herrscht gleichzeitig Verwirrung und Frustration. Sie sehen sich mit lange Wartezeiten konfrontiert, können Informationen schwer auffinden und oft ist ihnen nicht klar, was sie erwarten können. Das Ziel des Projektes ist es, in die Mitte zu treffen und einen Zugang zu schaffen, der die momentane Situation auf beiden Seiten verbessert.

Zielsetzung & Vorgehen

Unsere Herausforderung war: Wie können wir den Zugang so gewährleisten, dass die Hilfesuchenden möglichst schnell passende Hilfestellungen für ihr Anliegen bekommen und die BeraterInnen ihr Know-How an den richtigen Stellen einsetzen können? 

In 12 Projektwochen wurde unter Verwendung agiler Arbeitsmethoden, ergebnisoffen an dem Thema gearbeitet. Der Prozess wurde stets durch Nutzerbedürfnisse geleitet. Nach der Analysephase wurden die Problemfelder konsolidiert und anschließend wurde die Lösung iterativ entwickelt. Ziel war es, den betroffenen BürgerInnen möglichst viel Hilfe anzubieten. Daher erarbeitete das Team mit ihnen gemeinsam im user-zentrierten Designprozess ihre Bedürfnisse heraus.

Erkentnisse & Lösung

Nach zahlreichen Testings, Feedback-Sessions und Ideenfindungsworkshops wurde der Wegweiser ins Leben gerufen.  Er ermöglicht es den Ratsuchenden über einen automatisierten Einstieg schnell an wichtige Informationen und Handlungsempfehlungen zu kommen. Zu der Vision gehört es ebenfalls, dass die BeraterInnen der ADS damit entlastet werden und somit ihre Kernkompetenzen punktueller und effizienter einsetzen können. Der Wegweiser führt die Ratsuchenden durch eine kurze Reihe an Fragen, um einzuschätzen, wie der Fall am besten eingeordnet wird. Aktuell werden drei Kategorien abgefragt.  Das Merkmal, der Lebensbereich und das Datum der Diskriminierung. Nach Beantwortung der Fragen, erhält der/die Ratsuchende eine erste Handlungsempfehlung. Durch den Wegweiser verbessert sich die Effizienz bei Verweisfällen, gibt den Ratsuchenden mit wenigen Klicks eine erste Einschätzung und ermöglicht eine übersichtlichere Beratungsstellensuche. Die Ratsuchenden bekommen ebenfalls direkte Handlungsanweisungen und Werkzeuge zum Selbsthandeln. 

 

Einstieg

Ziel war es die Ratsuchenden nicht zusätzlich mit juristischen Fachausdrücken und komplexen Anwendungen zu verunsichern.

Deshalb ist der Einstieg intuitiv, niedrigschwellig und fragt zuerst nur den Merkmalsbereich der Diskriminierung ab.

Nächste Schritte

Nacheinander werden Lebensbereiche und Zeitraum der Diskriminierung abgefragt.

Nach fünf Klicks erhalten Ratsuchende passende Informationen zu Ihrem Diskriminierungsfall.

KEY INSIGHTS / ZENTRALE ERKENNTNISSE

1
Schatzkarte

Die Verwaltung hat eigentlich einen wahren Schatz an Wissen und Informationen aber die Wege dahin sind zu kompliziert. Der Zugang ist erschwert, weshalb die BürgerInnen nicht die notwendigen Informationen finden können.

Daher brauchen wir einfach funktionierende Wegweiser – sozusagen als Schatzkarte – um Hilfesuchende BürgerInnen digital an die Hand zu nehmen und zum Ziel zu führen!

2
Zugang zu Fachkompetenzen

Der Wegweiser ersetzt nicht die Beratungsleistung der BeraterInnen der Antidiskriminierungsstelle. Er übersetzt den Teil der juristischen Einschätzung, der einer umfangreichen Beratung vorgelagert ist, in eine digitale Lösung. Ratsuchende erhalten damit Informationen zu ihrem Diskriminierungsfall und eine Grundlage, auf deren sie nächste Schritte wie beispielsweise eine Kontaktaufnahme einleiten können.

3
Nutzerzentrierung

Komplizierte Zusammenhänge und komplexe Inhalte müssen intuitiv und niedrigschwellig mit wenigen Klicks erreichbar aufbereitet werden. Der Nutzer muss im Zentrum der Entwicklung stehen.

4
Diskriminierung

Viele Menschen machen Diskriminierungs-erfahrung und Diskriminierungen kommen öfter vor als man denkt. Die meisten Menschen unternehmen nichts dagegen und wissen nicht wie sie sich am besten wehren können. Jeder sollte die Möglichkeit erhalten sich über seine Rechte zu informieren und der Zugang sollte für alle Menschen gewährleistet sein.

5
Vision

Unsere Lösung ermöglicht es den Ratsuchenden über einen automatisierten Einstieg schnell an wichtige Informationen und Handlungs-empfehlungen zu kommen. Zu der Vision gehört es ebenfalls, dass die BeraterInnen der ADS damit entlastet werden und somit ihre Kern-kompetenzen punktueller und effizienter einsetzen können.

 

Unsere Ergebnisse sind frei verfügbar

Dokumentation

Detailliertes Vorgehen und Ergebnisse des Projektteams

 

Prototyp

Funktionierender Prototyp unseres Antidiskriminierungs-wegweisers

 

Code

Unsere Arbeitsergebnisse zum Wiederverwenden auf GitHub

 

das Team

Portrait Fellowin Jingyi Lisa Zhang

Jingyi Lisa Zhang
Product Fellow

 

Portrait Fellowin Neslihan Kilic

Neslihan Kilic
UI/UX Design Fellow

Portrait Fellow Steffi Güthling

Steffi Güthling
UI/UX Design Fellow

 

Portrait Fellow Ben Gläser

Ben Gläser
Engineering Fellow

Projektpartner

Logo der Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Logo des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Daniel Scherr
Digitallotse

 

Anna Braunroth ADS

Dr. Anna Braunroth
Projektleiterin